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Interview mit Alex Anderson

By September 26th, 2018 No Comments

Abschrift des Interviews mit Alex Anderson vom 03.07.2018.

Das Video wird in Kürze hochgeladen.

Hallo ich bin heute hier mit Alex Anderson dem Gründer und Cheftrainer von LIMBICLOGIC. Herr Anderson, was ist LIMBICLOGIC?

LIMBICLOGIC ist der Name unserer Firma und Website aber viel wichtiger es ist der Name einer neuen Sichtweise, eines neuen Modelles des menschlichen Verstandes. Im Endeffekt führt es zu einem veränderten Bild unserer Spezies. Einem wie wir denken bislang unerreicht kompletten und ungeschöntem Bild welches es ermöglicht menschliches Verhalten in einem Maße zu erklären wie es bislang nicht möglich war.

Was ist neu daran?

Neu ist, dass wir sagen, dass es so etwas wie den Homo sapiens, also den vernünftigen Menschen gar nicht gibt. Zumindest noch nicht. Schauen sie, die meisten Menschen glauben, dass unsere Spezies etwas besonderes ist und sich grundlegend von Tieren unterscheidet. Im Zoo stehen wir auf der einen und der Rest auf der anderen Seite des Zauns. Viele Religionen heben diese Einzigartigkeit hervor. Tatsächlich ist der Unterschied viel geringer als wir glauben. Nur 1,5% unserer DNA unterscheidet sich von Schimpansen DNA. Schimpansen selbst teilen mehr Erbgut mit uns als mit jeder anderen Affenart. Dabei dürfte sich ein Grossteil dieser 1,5 % auf den übrigen Körper beziehen. Nur ein noch viel kleinerer Teil des Erbutes ist für unser vergrössertes Gehirn unseren grossen Präfrontalkortex verantwortlich. Viele denken, dass sich in circa hunderttausend Jahren aus einem Affenhirn ein völlig unterschiedliches Menschenhirn entwickelt hat. Und genau das ist niemals passiert. Tatsächlich hat sich nur ein relativ kleiner Teil des Gehirns weiterentwickelt während der Rest des Gehirns mit Instinkten, Emotionen und Sexualität gleich geblieben ist. Das ist das Drama unserer Spezies. Die Konflikte die sich nun aus den beiden Gehirnteilen speziell im 21. Jahrhundert ergeben ist das Thema von LIMBICLOGIC. Genauer gesagt die Bewusstmachung und Lösung dieser Konflikte.

Sind diese denn überhaupt lösbar?

Ja, allerdings lässt sich die Entstehung von Emotionen, Handlungsimpulsen und Voreingenommenheit nicht direkt unterdrücken. Um unser emotionales System zu hacken bedarf es etwas Knowhow und Erfahrung. Alles beginnt mit der Einsicht, dass wir von einem mächtigen System manipuliert werden, welches ganz andere Interessen verfolgt als wir. Erst dann kann die Lösung von diesen Impulsen und emotional-kognitive Freiheit überhaupt stattfinden. LIMBICLOGIC zeigt auf, wie dies geht.

Welche Interessen verfolgt denn das limbische System?

Oh, das ist einfach. Es verfolgt relativ wenig Interessen aber diese sehr leidenschaftlich und trickreich. Hauptsächlich Überleben, Rangstreben und natürlich Fortpflanzung.

Was heisst trickreich und was bedeutet Rangstreben?

Trickreich heisst, dass die Verfolgung dieser einfach klingenden Ziele zu einem unbewusst verläuft und zum anderen sehr komplexe Formen annehmen kann. Diese Komplexität war auch notwendig beim Leben in Sippen von über 100 Individuen. Man darf nicht übersehen, dass zur Evolution also zur Anpassung an die Umwelt vor allem natürlich auch die Anpassung an das Leben in der Gruppe mit den dazugehörigen sozialen Instinkten gehört. Affen wie Menschen sind ausserhalb der Gruppe nicht überlebensfähig. Rangstreben bedeutet in einem sozialen Kontext zu jedem Zeitpunkt einen hohen Rang einen möglichst hohen Status einzunehmen. Rangstreben und Statusbewusstsein ist bei Männern ausgeprägter als bei Frauen. Der Aufbau des limbischen Systems ist geschlechtsabhängig.

Aber sind wir Menschen nicht über ein solch instinkthaftes Verhalten hinweg?

Wir sind über gar nichts hinweg. Natürlich haben wir mehr Selbstkontrolle als unsere Vorfahren aber die unser Verhalten steuernden Emotionen bleiben und bestimmen unser Denken, Fühlen, Beurteilen und Handeln. Viel mehr, als es uns bewusst ist. Zudem ist der Grad der Selbstkontrolle von der Intelligenz abhängig, schwankt also erheblich. Lassen Sie mich ferner das Beispiel Rangstreben nehmen. Im Selbstwertgefühl, finden wir die subjektive Wahrnehmung des eigenen Ranges. Das hat jedes sozial lebende Tier. Scham, Stolz und Eifersucht sind soziale Emotionen die man beispielsweise bei Tieren wie Hunden und und Affen findet. Ein Hund kann wissen was er darf, dagegen verstossen und sich danach schuldig fühlen. Diese Emotionen sind Vorraussetzung für ein angepasstes Verhalten und sichern dadurch den Verbleib in der Gruppe. Sie sind auch die Grundlage unseres moralischen Empfindens.

Welche Vorteile bietet dabei LIMBICLOGIC?

Mit LIMBICLOGIC kann man die Einflussnahme des limbischen Systems erkennen und berücksichtigen. Dies führt zu emotionaler Freiheit und zu besseren Bewertungen und Entscheidungen. Wer kann es sich heute noch leisten Entscheidungen aufgrund eines alten Systems im Kopf zu fällen, dass auf Status und Fortpflanzung spezialisiert ist. Ferner kann man mit LIMBICLOGIC gezielt gute oder motivierende Emotionen erzeugen und negative, lähmende vermeiden. LIMBICLOGIC bietet dabei nicht weniger als eine Anleitung, wie man am besten mit seinem Gehirn umgeht. Also eine Bedienungsanleitung für den Besitzer eines Gehirns. Ich weiss, das klingt nach einem hohen Anspruch aber ich denke, LIMBICLOGIC kann ihn erfüllen. Besser erfüllen als konventionelle Methoden oder Psychologie, die den Einfluss des limbischen Systems leugnet.

Das klingt gut. Ist LIMBICLOGIC dann also eine Art Coaching?

LIMBICLOGIC ist weitaus mehr als ein Coaching aber ja LIMBICLOGIC gibt auch Antworten auf Fragen, die Coachings behandeln. Fragen nach Glück, Erfolg, Motivation, Selbstfindung oder auch Partnerschaft. Aber der Weg ist ein etwas anderer. Wenn sie zu Coachings gehen kriegen sie bei 10 Coachs 10 verschiedene Antworten. Die Persönlichkeit des Coachs scheint eine grössere Rolle zu spielen als die des Clienten. Tatsächlich sollte es genau umgekehrt sein. Da gibt es beispielsweise ehemals erfolgreiche Sportler die einem sagen wollen, wie man selbst erfolgreich wird. Solange es nicht mein Ziel ist in der selben Sportart Erfolg zu haben erscheint mir die Frage nach der Übertragbarkeit da schon angebracht. Die meisten Coachs haben keinerlei Ausbildung weder in Neuro Science, kognitiven Wissenschaften oder Psychologie. Deshalb funktionieren Coachings auch nur vereinzelt. Echte Transformationen von Menschen finden viel zu selten statt. Die Menschen gehen trotzdem hin, weil es nichts Besseres gibt und weil sie das Gefühl haben etwas für sich getan zu haben. Und natürlich weil die Veranstaltungen sie mit Energie laden. Dies mit Lichteffekten, lauter Musik und gruppendynamischen Übungen und Getanze. Viele Coachings ähneln mittlerweile Stand Up Comedy Veranstaltungen mit einer Prise positivem Denken. Du schaffst alles was Du willst wird da skandiert. Dass Menschen die dort erhaltene vermeintliche Motivation in völlig ausssichtslose Geschäftsmodelle investieren, ja das sagt denen natürlich niemand. Bei LIMBICLOGIC konzentrieren wir uns auf reproduzierbare, wissenschaftliche und anwendbare Erkenntnisse. Erkenntnisse bzgl. der Wechselwirkung unseres Bewusstseins, unserer Kognition und unseren Emotionen. LIMBICLOGIC hat im Gegensatz zu anderen Coachingmethoden wie etwa NLP eine wissenschaftliche Basis. Ich selbst sehe mich auch mehr als Wissenschaftler als ein Coach oder Motivierender Redner. Ich glaube auch nicht, dass motivational speaking dauerhaft etwas bringt. Als Impuls vielleicht. Aber dauerhaft geben diese Speaker einfach zu wenig den Menschen an die Hand. Viele Menschen sind intelligent genug um an sich selbst arbeiten zu können. Doch sie müssen wissen wo sie stehen. Und sie müssen ihr Ziel kennen. Und sie brauchen einen verlässlichen und verständlichen Weg um dorthin zu gelangen. Diese Lücke wollte ich schliessen. Deshalb habe ich LIMBICLOGIC gegründet.

Sie sprachen NLP also Neuro Linguistisches Programmieren an. Ist LIMBICLOGIC der Nachfolger von NLP? Braucht man generell Vorkenntnisse um das Konzept von LIMBICLOGIC zu verstehen?

Wir werden das immer wieder gefragt. Ich habe anfangs nicht verstanden warum. Ich denke es liegt daran, dass LIMBICLOGIC wie NLP ein zusammenhängendes und lernbares Konzept darstellt. Tatsächlich hat LIMBICLOGIC überhaupt nichts mit NLP zu tun. Es sind keinerlei Vorkenntnisse erforderlich um das Konzept LIMBICLOGIC zu verstehen. Allerdings kann es nicht schaden Evolution nach Darwin zu verstehen und auch zu begreifen das zu überlebensnotwendigen Anpassungen auch das Verhalten und nicht nur die Anpassung des Körpers. So kann sich eine Feldmaus nicht das Verhalten eines Löwens leisten. Für die Maus in der Mitte der Nahrungskette stehend ist es ratsam von Deckung zu Deckung huschen. Vielleich gab es mal eine Maus mit einem Löwenego. Aber natürlich gab es diese Maus nicht lange.

Ja, das macht Sinn aber inwieweit hilft mir das? Können Sie mir ein Beispiel geben, wie ich LIMBICLOGIC direkt für mich nutzen kann?

Sehr gern. Eine der Aussagen von LIMBICLOGIC ist, dass unser Gehirn in der aktuellen Evolutionsstufe spezifische Schwächen aufweist.

Das stimmt sie sagen sogar auf der Website, dass es das schlimmste Produkt ist, dass die Evolution jemals hervorgebracht hat.

Genau ich sage es ist das schlimmste Produkt der Evolution, weil ein Teil unseres Gehirns uns Menschen in die Lage versetzt eine Wasserstoffbombe zu bauen während ein anderer Teil es gleichzeitig für eine gute Idee hält diese auch einzusetzen. In den knapp hundertausend Jahren also evolutionär gesehen unter grossen Zeitdruck musste sich das neue verbesserte Grosshirn irgendwie mit dem bereits vorhandenen limbischen System sinnvoll arrangieren. So, dass es zum Nutzen für das Individuum war. Denn sonst wäre ja diese Zusammenarbeit der Gehirnteile nicht weiter vererbt worden. Dazu gleich mehr aber darf ich sie zunächst um etwas bitten?

Ja, gerne was denn?

Ich möchte dass sie sich 2 verschiedene Situationen vorstellen. Dies können Erinnerungen sein oder auch Vorstellungen in der Zukunft. Es kann auch frei erfunden und völlig unrealistisch sein. Aber eines ist wichtig. Sie spielen die Hauptrolle in der Vorstellung. Und eine Situation ist für sie stark positiv und eine andere stark negativ. Könnten sie das tun?

Lassen sie mich kurz nachdenken. Ok, ich denke ich habe diese zwei Vorstellungen.

Gut dann legen wir los. Gehen Sie bitte in die Vorstellung A. So stark wie sie es können. Schliessen Sie bitte dazu ihre Augen.

Ok

Gehen Sie bitte jetzt in die Vorstellung B.

Ok

Jetzt wechseln bitte noch zwei mal. So jetzt sagen Sie mir was in Ihnen vorging während sie in der Vorstellung A bzw. B waren.

Ja also Ich fühlte mich gut oder halt schlecht.

Korrekt, jetzt sagen sie mir bitte wie schnell sie zwischen den beiden Vorstellungen wechseln konnten. Und wie lange dauertes es bis die jeweilige Emotion einsetzte?

Sofort, ja augenblicklich, also das gilt für Beides. Interessant.

Ja, ich möchte ihnen nun erklären was in ihrem Gehirn passiert. Man nimmt heutzutage an, dass der präfrontale Kortex entstanden ist je weiter unsere Vorfahren beginnend vom Riftvalley in Afrika nach Norden gewandert sind. Je nördlicher sie kamen desto länger wurden Episoden mit deutlich vermindertem Nahrungsangebot. Wir nennen diese Episoden Winter. Im Riftvalley gab es diese noch nicht. Irgendwann gab es Jahreszeiten und wir waren gezwungen uns darauf vorzubereiten und Vorräte anzulegen. Planvolles Handeln ermöglicht durch ein grosses Gehirn war nun zu einem überlebenswichtigen Vorteil geworden. Es reicht jedoch nicht aus zu verstehen was Vorräte sind und wie man sie anlegt. Man muss auch ins Handeln kommen. Das Gehirn benutzt dazu einen sehr einfachen aber folgenschweren Trick. Achtung jetzt kommts. Für ihr emotionales System ist jede Vorstellung jeder Gedanke wie eine Realität aber und das ist wichtig wie eine mildere, blassere Form von Realität. So entsteht der Handlungsimpuls. Wenn die Vorstellung im Winter nichts zu essen zu haben keine schöne ist dann werden sie handeln. Man sagt die Gedanken sind frei. Nun ihre Gedanken sind tatsächlich frei. Aber ihr emotionales System ist in der Reaktion auf ihre Gedanken keinesfalls frei.
Das eröffnet ein weitgehend unbekanntes Potential aber auch eine Verantwortung. Die meisten Menschen werden eher gedacht als dass Sie bewusst für sie förderliches fokussieren. Viele denken sich regelrecht in eine Depression hinein. Erschwerend kommt hinzu, dass negative Emotionen die Wahrscheinlichkeit von negativen Gedanken fördern. Generell beeinflusst die Stimmung immer auch das Denken. Aber das ist auch nicht so schlimm denn sie haben ja gesehen wie leicht sie eine beliebige Vorstellung annehmen und sie gegen eine andere austauschen können. In dieser bewussten Focussteuerung liegt ein gewaltige Kraft. Bewusster Fokus lässt sich erlernen und gehört zu den Inhalten von LIMBICLOGIC.

Das ist faszinierend. Darf ich sie fragen. Wie sind sie auf das Konzept LIMBICLOGIC gekommen? Was ist ihr Background?

Nun mein akademischer Background ist Pharmazie. Das ist was ich studiert habe. Ich habe mich auf Psychopharmaka spezialisiert. Bis heute finde ich es faszinierend wie das Gehirn arbeitet und wie wenige Milligram einer Substanz Denken und Wahrnehmung völlig verändern können. Andere Interessensgebiete von mir sind Informationsverarbeitung und Intelligenzforschung. Ich interessiere mich auch für Neuroenhancement also die Optimierung von mentalen, kognitiven Fähigkeiten. Sie kennen vielleicht den Film Limitless mit Bradley Cooper. Ein Substanz wie NZT gibt es natürlich nicht und wird es vermutlich nie geben. Aber ich stellte mir auch die Frage ob man nicht Kognition, Entscheidungsfindung oder Stimmungen ohne Substanzen optimieren kann. Im Grunde ist LIMBICLOGIC nichts anders als Neuroenhancement ohne Wirkstoff.

Ist Pharmazie nicht ein ungewöhnlicher Hintergrund für diese Materie?

Vielleicht, aber vielleicht auch nicht. Ich weiss nicht, ob es für einen Anthropologen oder einem Psychologen tatsächlich möglich gewesen wäre das Konzept von LIMBICLOGIC zu entwickeln. Die sind einfach zu nah an ihren stark abgegrenzten Spezialgebieten dran. Ich denke dafür war es nötig sich mit vielen verschiedenen Wissenschaften gleichzeitig zu beschäftigen um das grosse Ganze zu sehen. Für LIMBICLOGIC habe ich mich unter anderem auseinandergesetzt mit Evolutionärer Psychologie, Kognitiven Wissenschaften, Paläöanthropologie, Neurophysiologie und Intelligenzforschung. Als Pharmazeut ist man ein bischen daran gewöhnt. Pharmazie selbst ist ziemlich interdisziplinär. Pharmazie bemüht Physik, Biologie, Mechanik, Chemie, Botanik, Biochemie und Medizin um letztlich zu potenten Wirkstoffen und zu reproduzierbaren Arzneiformen zu gelangen. Und ausserdem sind es doch oft Apotheker die die Welt verändern. Apotheker wie beispielsweise John Pemberton.

Was verdanken wir Herrn Pemberton?

Coca-Cola.

Ok, danke Herr Pemberton. Ich liebe Cola. War ihr Interesse für Psychopharmaka und Gehirndoping der Startschuss für LIMBICLOGIC?

Nein das war zunächst einmal nur die Einsicht, dass unser Geist auf Hardware aufbaut die biochemisch leicht zu manipulieren ist. Während der Beschäftigung mit dem menschlichem Geist vielen mir einige Ungereimtheiten auf. Tatsächlich gibt es für mich nichts Spannenderes als zu begreifen warum Menschen tun was sie tun. Aber genau darin war ich entsetzlich schlecht. Dazu kam dass meine eigenen sozialen Interaktionen oftmals schief gingen. Mein Erfolg mit Frauen war bestenfalls durchschnittlich. Andererseits sind mir auch gewisse Muster aufgefallen. Psychologische Literatur lieferte keine Antworten. Von Schule und Studium her war ich es gewöhnt das alles logisch, plausibel und kausal ist. Als Wissenschaftler weiss ich, dass wenn dies nicht der Fall ist das Modell falsch ist bzw. beteiligte Faktoren unbekannt sind oder nicht ausreichend berücksichtigt werden. Dieser unbekannte Faktor ist das limbische System mit seinen vordefinierten Reiz Reaktionsmustern und seinem mächtigen Vorrat von verhaltenssteuernden Emotionen. Wir müssen uns von der Überhöhung und Verbrämung von Emotionen verabschieden. Emotionen sind letztlich nicht so viel anders wie Hunger und Durst. Es sind verhaltenssteuernde also entweder motivierende oder vermeidende Empfindungen, die sich heraus evoluiert haben, weil sie ein Verhalten bewirken, das unser Überleben und Fortpflanzung begünstigte. Und sie sind auch alles andere als typisch menschlich. Das gilt auch für bindungsstärkende Emotionen wie Liebe. Krokodile zum Beispiel die sonst nach allem schnappen was sich bewegt haben erstaunlicherweise kein Problem ihren frisch geschlüpften Kinder im Maul spazieren zu tragen. Und Emotionen nehmen Einfluss auf unsere Wahrnehmung, Meinungsbildung und ganz wichtig unsere Identifikationen und Positionierung.

Der Startschuss für LIMBICLOGIC kam etwas später. Es war ein Gespräch mit einem Fussballfan. Ich sagte so, du bist also Eintrachtfan. Gehst Du denn auch zu den Spielen ins Stadion? “Ja klar, wann immer ich es einrichten kann. ” Ich weiss selbst nicht mehr warum ich ihm danach folgende Frage stellte. Vielleicht wollte ich einfach provozieren. “Ok, von welchem Verein bist Du denn noch Fan?” Natürlich bekam ich keine Antwort darauf. Ich habe auch keine erwartet. Aber ich fragte mich warum eigentlich nicht? Wieso kann man nicht Fan von zwei Vereinen gleichzeitig sein? Natürlich war offentsichtlich, dass der Fan hochgradig mit dem Verein identifiziert ist. Er investiert viel Geld und Zeit in seinen Verein ohne letztlich einen Nutzen davon zu haben. Aber mit was ist er denn eigentlich identifiziert? Mit den Spielern? Nun diese werden schnell mal eingekauft oder verkauft. War es vielleicht der Trainer? Nein, ich habe noch nie davon gehört dass Fans dem Trainer zu seiner neuen Mannschaft folgen. War es eine lokale, territoriale Identifikation? Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon alles über evolutionäre Psychologie gelesen was ich in die Finger bekam. Waren Menschen also mit dem Verein identifiziert, der ihrem Wohnsitz am nächsten lag? Aber auch das war zu selten der Fall um die Stärke und Häufigkeit der Identifikation zu erklären. Es blieb rätselhaft für mich.

Ich stellte mir viele weitere Fragen. Warum können wir mit Freude und Stolz andere Menschen töten während wir andererseits bereit sind unser Leben für unsere Kinder zu opfern? Warum übt Autorität eine so starke Macht über uns aus? In diesem Zusammenhang sei das Milgram Experiment aber auch das Stockholm Syndrom erwähnt. Warum gibt es so viel Religion und Aberglauben? Wieso sind wir bereit für unsere Religion zu töten? Eine gute Frage wenn man berücksichtigt, dass alle heute lebenden Menschen Religion nur von tausend Jahre altem Hörensagen kennen und die Religionsart vom Geburtsort oder unserem Umfeld abhängt. Also zufällig und keine bewusste Entscheidung ist. Warum wird der Frontman einer Band ausgebuht, wenn er bei seiner Begrüssung die falsche Stadt nennt. Wie entstehen Meinungen? Was macht uns gewalttätig? Warum ist es so schwer Vernunft zu erreichen? Was bedeutet es eigentlich für eine Person wenn sie politisch links oder rechts ist?

Und LIMBICLOGIC kann all diese Fragen beantworten? Was bedeutet es denn zum Beispiel politisch links oder rechts zu sein, wenn ich fragen darf?

Ich bin überzeugt davon, dass niemand diese Fragen besser beantworten kann als LIMBICLOGIC. Die Bezeichnung links oder rechts zeigt inwieweit man mit dem Land identifiziert ist. Je linker desto weniger ist man mit dem Land und seinen Symbolen oder Vertretern identifiziert. Dies geht bis zur Feindseligkeit dem eigenen Land gegenüber. Wir haben ja gerade wieder WM und mit erstaunlicher Regelmässigkeit rufen linke Organisationen dazu auf die Deutschlandfähnchen an den Autos abzuknicken. Vor vier Jahren konnte man sich die abgebrochenen Fähnchen sogar noch bezahlen lassen in einer Parteizentrale. Claudia Roth hat als Vizepräsidentin des Bundestages die Deutschen zur Zurückhaltung beim Jubeln ermahnt. Das dürfte für einen Volksvertreter weltweit einmalig sein. Bei linksextremen wie der sogenannten Antifa wünscht man sich gar die Auflösung des Staates herbei. Wir kennen dies von den Deutschland verrecke Märsche der Linksextremen. Je rechter man ist, desto mehr ist man mit dem Land identifiziert. Man ist stärker und selbstbewusster bereit die Interessen des Landes wahrzunehmen und auch bereit es zu verteidigen. Hier zeigen sich extreme Positionen in der Herabwürdigung und einem egoistischem bis aggressivem Verhalten gegenüber anderen Nationen.

Ja wir habe dieses breite Spektrum von Meinungen aber hat nicht jede dieser Meinungen seine Berechtigung? Immerhin leben wir ja in einer Demokratie.

Das Recht jede Meinung haben und äußern zu dürfen ist natürlich ein hohes und verteidigungswertes Gut. Das Problem ist ein anderes. Das Problem ist, dass wir es meist gar nicht mit Meinungen zu tun haben.

Sondern, mit was denn?

Wir glauben nicht daran, dass es sich dabei wirklich immer um legitime Meinungen handelt, also Meinungen die auf Schlussfolgerungen beruhen. Schlussfolgerungen die man aufgrund von Analyse und Abwägung von Informationen und Fakten trifft. Es handelt sich stattdessen um limbisch tribale Identifikationen. Ich möchte das erklären. Analog der Stärke der Identifikation mit der Nation betrachten Menschen andere Menschen als mehr oder weniger zum eigenen Stamm gehörig. Im Extremfall als feindlich. In der Geschichte der Menschheit lautet schliesslich die häufigste Todesursache nicht Herzinfarkt sondern andere Menschen. Auf Menschengruppen grösser als eine typische Sippengruppe ist das limbische System nicht vorbereitet wie generell auf Weniges des 21. Jahrhunderts. Dies führt spontan zu einer enormen Bandbreite von Gefühlen anderen Menschen gegenüber. Diese Gefühle können von protektiven, fürsorglichen Gefühlen über Neutralität und kritischer Voreingenommenheit bis hin zu Mordlust reichen. Das Problem ist, dass so stark und spontan sich diese Emotionen in uns bilden so zufällig und falsch sind sie meist. Und da sie nicht auf Fakten basieren sind sie auch selten von Bestand. Und als wäre das alles noch nicht schlimm genug neigen wir bei diesen Mensch von Mensch Bewertungen auch noch stark dazu, uns den Meinungen anderer anzuschliessen. Denn letztlich ist ja entscheidend ob die Person von der Sippe akzeptiert wird. Wenn meine Gruppe die neue Person akzeptiert dann ist sie auch für mich ok. Für den Meinungsbesitzer ist übrigens nicht unterscheidbar ob er durch kognitive Prozesse zu sogenannten legitimen Meinung gekommen ist oder ob eine spontane limbische Einschätzung vorliegt. Dies ist eine der zahlreichen Schwächen des Gehirns in der aktuellen Evolutionsstufe.

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